Grundschulumzug frühestens im Herbst! Achitekt angezählt, Bauamtsleiter wurde Jobwechsel empfohlen!

Beelen (Be.) Die Gemüter waren auf der heutigen gemeinsamen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses und des Schulausschusses extrem erhitzt.
Kosten- und Zeitpläne die sehr knapp vor der Sitzung erst an die Ausschussmitglieder verschickt wurden, so dass eine Einarbeitung nicht möglich war, wie auch reichlich Probleme die beim Schulumbau – auch in jüngster Vergangenheit – aufgetreten sind, gaben ihr Übriges hinzu.

Direkt nach der Begrüßung, stellte Frau Westerwinter vom gemeinnützigen Verein Ideenwerkstatt Lebens(t)raum e.V. die Planung der Außenanlagen vor. Sie erläuterte an der Leinwand die naturnahe Gestaltung von Spiel-Räumen und Freizeitflächen. Hierbei soll den Kindern eine sinnvolle und nachhaltige Begegnung zwischen Natur und Mensch ermöglicht werden. Die Umsetzung des ersten Bauabschnitts soll bei rund 67.000 Euro liegen.
Den alten Spielplatz umzuziehen, kommt im Gesamtkonzept nicht vor. Es wird alles neu gemacht!

Nach einer Diskussion um die neu zu errichtenden Fahrradständer, die am äusseren Rand geplant sind und Diebe anlocken könnten, beschlossen Bau- und Planungsausschuss, sowie der Schulausschuss, das vorgestellte Freiraumkonzept für die zukünftige Grundschule Beelen mehrheitlich mit einer Gegenstimme.

Sehr gut gefüllt präsentierte sich der heutige Ratssaal. Eltern und Schulvertreter waren neugierig und erwiesen sich trotz „mal wieder“ stickiger Luft als gute ZuhöhrerInnen.

Gegen 17.40 Uhr ging es dann ans Eingemachte, als der Architekt den Ausschüssen Rede und Antwort stehen musste. Hierzu wurde vom Bauamtsmitarbeiter der aktualisierte Kostenplan an die Ausschussmitglieder, sowie die Vertreterin der Printmedien verteilt. Unsere Redaktion musste diesem nachlaufen, um unter strenger Bemusterung auch einen Plan zu erhalten. Die Gleichbehandlung der Medien war dem kommunalen Mitarbeiter offensichtlich fremd. Die Verteilung des Zeitablaufplans durch eine gemeindliche Mitarbeiterin, war hingegen nicht zu beanstanden.

Bemängelt wurde von den Ausschussmitgliedern, dass die Fertigstellung der Grundschule immer wieder verschoben werden musste, so auch heute. Architekt Borgmann bat seinerseits um Verständnis, da die Verzögerungen nicht nur immer wieder neuen „Erkenntnissen“ geschuldet seien, sondern auch den Trockenbauarbeiten, die Anfang des Jahres in Stocken gerieten.
Auch führte er aus, dass er durch den Besuch der Bauberufsgenossenschaft, woran Beelen-ONline.de wahrscheinlich nicht unschuldig ist, etwas dazulernen durfte. Nach der Entfernung von lungengängigen Faserstoffen, er nannte hierbei auch Asbest, erhielt er die Auflage, die Baustelle zu säubern. 3000m² verschlangen hierfür rund 6.000 Euro zusätzlich.

Auch der Brandschutz in der Decke des Forums, auf welchen Beelen-ONline.de hingewiesen hat, war nicht vorhanden und muss nun separat behandelt werden.

Sachkundiger Bürger Papenbrock warf Bauamtsleiter Middendorf vor, weder Kosten- noch Zeitplan zu kontrollieren, was er u.a von einem Bauamtsleiter erwarten würde und legte  ihm den Jobwechsel nahe.

Der aktualisierte Zeitplan führte auf, dass nach aktuellem Stand der letzte Handwerker das Schulgebäude am 30.6.2018 verlassen würde. Am gleichen Tag war der vollständige Umzug geplant, der als nicht durchführbar eingestuft werden konnte.
Bürgermeisterin Kammann erklärte hierzu, dass man sich zusammengesetzt habe und den Umzug neben den durchzuführenden Gewerken nun genau geplant habe. So soll den Lehrerinnen und Lehrern ab dem 30.6.2018 das neue Schulgebäude nach intensiver Reinigung zur Verfügung stehen. Diese können dann – nach eigenem Ermessen – scheibchenweise bereits Dinge hierin deponieren, bzw. anbringen.

Den eigentlichen Umzug will Schulleiter Martin Heinrichts dann zwischen den Sommer- und Herbstferien mit den Schulgremien und Eltern abstimmen.

Ebenfalls sind die Brandschutztüren der Flure/Trakte noch nicht eingebaut – offensichtlich auch noch nicht bestellt, da es hierzu noch Gesprächsbedarf gibt.
Den Grundschülerinnen und Grundschülern würde es schwer fallen, die Türen öffnen zu können. Verschlossen werden müssen diese aber, damit das pädagogische Konzept der Schule aufgehe, welches vorsieht, dass die Klassentüren geöffnet bleiben können.

So schlug er vor, diese Türen mit automatischen Motoren auszustatten. Kosten in Höhe von 26.000 Euro. Damit die Schule auch (neben dem Aufzug) komplett barrierefrei ist, muss auch an die Aussentüren mit Elektrik ran. Ebenfalls Mehrkosten von rund 8.000 Euro.

Wirklich spannend wurde es, als Schulleiter Heinrichs vorschlug, ins Forum anstelle der Trockenbauwand (25.000 Euro) nun doch die „Wunschglaswand“ (100.000 Euro) einzubauen – wenn auch erst im kommenden Jahr, aus finanziellen Gründen.
Hierzu könne dann ein Teil der Schulpauschale aus 2019 abgerufen werden. Das er dadurch auf den Kunstraum ein Jahr verzichten muss, der maximal als Garderobe o.ä. genutzt werden kann, sah er keine Probleme.
Auch Bürgermeisterin Kammann appellierte an die Ausschussmitglieder, dass doch genau diese Glaswand für das „Veranstaltungs-Wunschforum“ mehr Licht bringen würde.

In genau diesem Punkt kamen heftige Diskussionen auf, da nicht wirklich begreiflich war, was diese „Wunsch-Glaswand“ mit der Bildung der Kinder zu tun hat!

Letztendlich vertagte man diesen Punkt. Hierüber solle interfraktionell bis zur nächsten Sitzung beraten werden. Das Geld aus der Schulpauschale kann auch für die Schule, bzw. Schülerinnen und Schüler anderweitig verwendet werden und muss nicht zwingend in eine „Wunsch-Glaswand“ gesteckt werden, die zudem akustisch für den Kunstraum nicht zweckmäßig wäre – möglicherweise auch nicht für das Forum.