Warendorf: Lichtblicke im Dickicht des Förder-Dschungels

An mangelnden Fördermöglichkeiten sollten geplante Bauvorhaben in der Altstadt derzeit nicht scheitern. Schon eher daran, dass sich der Bauherr im Dickicht des Förder-Dschungels verirrt hat. Diesen Eindruck hinterließen die Präsentationen auf dem dritten „Eigentümerforum Altstadt Warendorf“, zu dem das Quartiersmanagement eingeladen hatte. Die gute Nachricht: Nicht nur das Quartiersmanagement selbst, sondern auch die Vertreter der Banken und die zuständigen Mitarbeiter von Stadt und Kreis zeigten sich sehr bereit, als Lotsen im Förderdschungel zu dienen.

Zu den mehr als dreißig Interessierten gehörten Altstadtkoordinatorin Pascale Kael, die sich als direkte Ansprechpartnerin in der Verwaltung vorstellte, und Kathrin Baumann, die als Kontakt in der Unteren Denkmalbehörde und für die Gestaltungssatzung für manche Förderung unverzichtbar ist. Mit besonderem Interesse verfolgten die beiden städtischen Verwaltungsfachkräfte den Vortrag von Kollegin Fabienne Knoche, die beim Kreis Warendorf für Wohnungsbauförderung zuständig ist und die brandneue „RL Mod“ vorstellte.

Mit diesem Förderinstrument unterstützt das Land seit Februar die Modernisierung von Bestandsimmobilien. Die Fördermöglichkeiten seien viel breiter als im Vorläuferprogramm angelegt: „Das gab es so noch nicht.“

Neben Energieeffizienz und Barrierefreiheit zähle unter anderem auch die Erhöhung des Gebrauchswertes ganz allgemein unter die Förderziele. Derzeit registriere sie reges Interesse und einige Voranfragen, Anträge aber gebe es ebenso wenig, wie fertig ausgearbeitete Info-Blätter, sagte Knoche.

Mit 20 Prozent Tilgungsnachlass, lockt das Land für die Kredite, die über die NRW.Bank laufen. Allerdings müssen Eigenheimbesitzer festgelegte Einkommensgrenzen einhalten. Für Mietobjekte gilt eine Belegungsbindung der Stadt.

Solche Bindungen sehen die vielfältigen KfW-Programme nicht vor, die Theodor Borgschulte von der Volksbank und Klaus Oortmann von der Sparkasse Münsterland Ost gemeinsam präsentierten. Grundsätzlich empfehlen mochten die Bankexperten allenfalls die Zuschussprogramme, denn die Auflagen der Kreditanstalt für Wiederaufbau seien oft sehr hoch. Wegen der Vielzahl der Programme sei eine Beratung dringend nötig.

Das Programm gilt für jede Art stadtbildprägender Gebäude, nicht nur für Denkmale, und es gehe dabei ausdrücklich nicht um Sanierung, sondern um Verschönerung. Ein Manko: Nur vom öffentlichen Straßenraum aus sichtbare Fassaden seien förderwürdig. Im Bereich der Hofförderung liege der Schwerpunkt bei der Aufenthaltsqualität für Mieter und der Entsiegelung. Eine Beratung durch die Untere Denkmalbehörde ist vorgeschrieben. Das Quartiersmanagement berate auch gerne vorab vor Ort. Für kleinere, denkmalrelevante Maßnahmen bietet die Stadt zudem eine pauschale Denkmalförderung an.