Sendenhorst: Die geballte Faust in der Tasche

Die Stimmung war gereizt, und manch einer schien die geballte Faust in der Tasche zu haben. „Dann müsst Ihr mal woanders sparen. Das ist doch lächerlich“, warf ein älterer Sendenhorster Daniel Fühner, Katja Usunov und Uwe Beyer von der Stadtverwaltung entgegen. Bestes Spielplatzwetter am Freitagnachmittag auf dem Spielplatz „Alte Stadt“ – nur das Planschbecken und etwas Schatten fehlten.

Doch zu entspanntem Dasein war nur den spielenden Kindern zumute, die die noch vorhandenen Restgeräte ausgiebig nutzten, während Eltern und Anlieger ihren Ärger herausließen. „Wir machen keinen Finger mehr krumm, wenn Sie das hier verkommen lassen“, sagte eine Anliegerin, die beteuerte, dass die Anwohner des Geländes bisher dafür gesorgt hätten, dass die Anlage sauber und gepflegt ist. „Dieser Spielplatz war gut. Es gab keinen Grund, Geräte abzubauen.“

Das aber wurde gemacht. Die aus Sicht der Verwaltung maroden Geräte sind weg. Der Rest bleibt erst einmal stehen, bis er abgängig ist. Und dann soll das Gelände nach dem von der Politik beschlossenen Spielraumkonzept in einen naturnahen Raum für alle Altersgruppen umgewandelt werden. Das aber wollen die Anlieger nicht, wie sie am Freitag – in großer Zahl anwesend – vehement deutlich machten.

Die Stadt will – wie berichtet – unterschiedliche Arten von Spielräumen schaffen und das vorhandene Geld konzentriert einsetzen. „Spielräume sollen nicht nur adrett sein“, erklärte Katja Usunov. Auch eine Blumenwiese solle ihren Raum bekommen. Auch das kam in der „Alten Stadt“ nicht sonderlich gut an. „Unkraut wächst von alleine“, wurde ihr entgegnet. Auch der Rasen solle wachsen können und werde dann ein Mal im Jahr gemäht. Für diesen Hinweis erntete Uwe Beyer reichlich spöttisches Gelächter. „Wir brauchen keinen naturnahen Aufenthaltsraum. Wir wohnen nicht in Hochhäusern“, erklärte eine Frau.

Klar ist, dass nicht alle Spielplätze in der Stadt dauerhaft als solche mit Geräten erhalten bleiben. Zum einen, weil sie nur noch wenig genutzt werden und Geräte kaputt sind. Durch wöchentliche Begehungen sei sehr gut festzustellen, welche Plätze nur noch selten Besuch erhalten würden, erklärte Uwe Beyer – zum Beispiel, wenn nach einer Woche immer noch die selben Spuren im Sand zu sehen seien.

In der weiteren Diskussion ging es unter anderem auch darum, warum sich die Anlieger nicht an den Bürgerveranstaltungen im bisherigen Verfahren beteiligt hatten. Doch darüber müsse jetzt nicht weiter diskutiert werden, meinte SPD-Ratsherr Bernhard Erdmann. Er habe das Spielraumkonzept mitgetragen, erläuterte er. Und: „Wir von der Politik müssen das Ganze sehen. Und das sind alle Spielplätze in der Stadt.“