Beelener Sparliste nicht für die Öffentlichkeit?

Beelen (Be.) Wenn man sich die Vorschlagsliste für Einsparungen, welche von der Gemeindeverwaltung an die Ratsmitglieder herausgegeben wurde (liegt Beelen-ONline.de vor) ansieht, so wird schnell klar, weshalb diese – mindestens derzeit – nicht an die Öffentlichkeit soll.

Das Kunstrasenplatz und Parkours-Anlage vollständig gestrichen werden würden, war auch ohne hellseherische Fähigkeiten absehbar. Nicht einmal mehr in der mittelfristigen Finanzplanung wird der Bau eines Kunstrasenplatzes nun fest terminiert. Auch der barrierefreie Eingang des Rathauses für 30.000 Euro, ein neuer Dienstwagen für die Gemeindeverwaltung von 20.000 Euro oder eine „Luxus“-BlueChip Schließanlage (4.600 Euro) für die Axtbachhalle sollen sinnvoll eingespart werden.

Dass die Beelener Feuerwehr, insbesondere auch die Kameraden, keinen wirklich hohen Stellenwert in der Gemeindeverwaltung geniessen erkennt man u.a. an versäumten Ehrungen – nun auch an der Anschaffung von benötigten Funkmeldeempfängern, die von 1200 Euro auf 400 Euro reduziert wurde. Die Funkmeldeempfänger werden für die Alarmierung der Feuerwehrkräfte benötigt um bei Gerätedefekten entsprechende  Ersatzgeräte zur Verfügung zu haben. In  der jüngsten Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes wurde die unzureichende Tagesverfügbarkeit der Feuerwehr Beelen beklagt. Daher ist es wichtig, dass Feuerwehrangehörige jederzeit sicher alarmiert werden können. Auch die Klinkerplatten am Feuerwehrgerätehaus (5.000 Euro)  sollen derzeit nicht Instand gesetzt werden. Die defekten Platten bilden Stolperkanten. Wird die Sanierung auf die lange Bank geschoben, droht die Stilllegung von einzelnen Funktionsräumen im Gerätehaus durch die Unfallkasse als zuständige BG.

Die Erweiterung des Bauhofes von 95.000 liegt auch zur kompletten Streichung vor, gleiches gilt für Materialien wie Handrasenmäher, Heckenschere und Scherenbühne (4.050 Euro)

Auch für Friedhofs- und Bestattungswesen wurde vorgeschlagen den neuen Handrasenmäher (1.250 Euro) zu streichen, gleiches gilt für Rollrasen auf beiden Friedhofsteilen für rund 13.500 Euro.

Die Unterhaltung von Kinderspielplätzen soll dem Rotstift von 6.500 auf 3.000 Euro mit über 50% zum Opfer fallen. Auch Zuschüsse für Heimatverbände und Vereine sollen um 50% auf 3.000 Euro gekürzt werden.

Die Fahrkosten der Bürgermeisterin wurden von 1000 auf 800 Euro gesenkt, Repräsentationsaufwendungen von 4.700 auf 4.500 Euro gekürzt.
(Anm.d.R: Eine Alternative zur weiteren Kosteneinsparung könnte sein, die Bürgermeisterin nicht mit dem eigenen PKW, sondern mit einem gemeindlichen Rathausfahrzeug fahren zu lassen, ferner kostspielige Repräsentationen auf ein Minimum zu reduzieren.)
Werbeartikel der Gemeinde wurden von 800 auf 400 Euro gekürzt, fragen muss man sich, wofür diese überhaupt benötigt, respektive kostenlos abgegeben werden.

Als Knackpunkt der Sparliste fallen die offensichtlich stetigen Investitionen für Asylbewerber auf. Unabhängig von der Grundausstattung, stehen auch jährliche Aufwendungen für Integrationsaufgaben, Anschaffung von Infobroschüren, Büchern, Getränken für Veranstaltungen, Filme, etc. auf dem Plan, die in diesem Jahr noch nach neuer Berechnung mit 6.00 0Euro zu Buche schlagen.
Als seltsam muss man auch ansehen, dass offensichtlich immer wieder neues Inventar für die Objekte Warendorfer Str. 8 und Beilbach 8 gekauft werden muss. Zwar sollen hier die Einsparung von 12.000 auf 7.800 Euro greifen – festzustellen bleibt jedoch: Wenn ein Objekt eingerichtet ist, ist es fertig und bedarf diverse Jahre keines weiteren Inventars.
Ein Punkt, der sicherlich intensiv zu klären ist.

Ebenfalls verwunderlich ist, weshalb die OGS Ersatzbeschaffungen benötigt. Der Etat für Mobiliar, Geschirr, Spiele, Schaumstoffklötze, Bälle wurden lediglich um 500 Euro auf 2.200 Euro gekürzt.

Die eingestellten knapp 300.000 Euro für Natur-, Landschafts- und Gewässerschutz wurden auf 16.800 Euro gekürzt.

All dies und noch einige Kleinigkeiten mehr, stellen jedoch derzeit nur Vorschläge der Gemeindeverwaltung dar. Die Beratungen in der ÖFFENTLICHEN ausserordentlichen Haupt und Finanzausschusssitzung am 19. April 2018 werden mit Spannung erwartet. Gleiches gilt für die Abstimmung in der ÖFFENTLICHEN ausserordentlichen Ratssitzung am 24. April 2018.