Von-Galen-Schule Beelen einsturzgefährdet?

Besteht an der Hauptschule im Bereich des Forums die Gefahr von Korrosion mit Auswirkungen auf die Statik?

Beelen (Ne.) Gab die Verwaltung noch in der vergangenen Bauaussschussitzung freudig bekannt, dass die Schule zum 21. oder 23. April 2018 fertig sein würde, so könnte sich das Blatt nun dramatisch wenden.

Nach dem am Dach der ehemaligen Hauptschule in der Gaffelstadt an mehreren Bereichen Durchfeuchtungsschäden festgestellt worden sind, die eine umfassende Sanierung dieser Bereiche notwendig machten, droht möglicherweise neues Ungemach.

Die Stahlträger des Schleppdaches im Bereich des Forums wurden  unter dem im oberen Gebäudebereich befindlichen Betonunterzug  in dem Eisenplatten eingelassen sind, vor Ort, mit Hohlprofilen als Verbindung, an den Betonträger angeschweißt. Die gesamte tonnenschwere Last des Schleppdaches wird nach unserer umfangreichen Recherche von diesen „Schweißpunkten“ abgefangen.  Dabei sind Schweißnähte an Hohlprofilen gerade dann, wenn diese Schweißnähte erhebliche Zugbelastungen aufnehmen müssen, hochbelastet.

Sollte es im Dachbereich des Forums Durchfeuchtungen geben oder gegeben haben, ist eine Korrosion der vor Ort geschweißten Schweißnähte nicht auszuschließen. Die DIN EN 1090 die am 01.07.2012 die DIN 18 800-7 ersetzt hat, beschreibt die Anforderungen einschließlich des Korrosionsschutzes von  Stahlbauteilen. Bei der Stahlkonstruktion wurde beim Einbau Anfang der achtziger Jahre nur ein Farbauftrag als Korrosionsschutz gewählt. Es ist daher anzunehmen, dass man bei dem Bau des Hauptschulgebäudes von einer (Korrosionskategorie C1 unbedeutend), ausgegangen ist, weil es sich um ein Gebäude handelte was beheizt wird und daher Kondenswasserbildung weitgehend ausgeschlossen ist.

Im Normalfall ist in beheizten Schulgebäuden nur eine geringe Korrosion an Stahlbauteilen zu erwarten. Wenn allerdings Dächer undicht sind und Feuchtigkeit auf die Stahlbauteile einwirkt, muss mit erhöhter Korrosion gerechnet werden. Ob die Stahlkonstruktion und die kritischen Schweißpunkte auf statische Belastbarkeit geprüft wurden, ist uns nicht bekannt. In den Unterlagen in welche Beelen-ONline.de Einsicht nehmen konnte, haben wir keine Prüfnachweise weder in Form einer visuellen Prüfung,  Ultraschallprüfung oder einer Durchstrahlungsprüfung gefunden.

Jedenfalls müsste eigentlich bei der Abnahme der Schweißarbeiten, bei der Erstellung des Gebäudes, zumindest eine visuelle Inspektion der Schweißnähte erfolgt sein und ein entsprechendes Prüfprotokoll in der Bauakte der Hauptschule zu finden sein.

Belegbare Kontrollprüfungen während der Bauphase hat es durch Sachverständige bei dem Bau des unter der Hauptschule befindlichen Atomschutzraumes  gegeben. Es wurden Betonproben genommen und der Einbau des Ortbetons vor Ort während der Bauphase überwacht. Ferner wurde vor den Ortbetonarbeiten, sämtliche Bewehrung vom Bauamt des Kreises Warendorf abgenommen.

Nachdem im oder am ehemaligen Hauptschulgebäude schon Stromleitungen mit Blasen, lungengängige Faserstoffe, durchfeuchtete Dächer und Asbest gefunden worden sind, sollte man gewarnt sein und jeden Hinweis auf weitere Gebäudeschäden nachgehen.