Leserbrief „Rat lehnt Umgehungsstrasse für Beelen ab“

Leserbrief von Thomas Lorenz aus Beelen

Zu unserem Bericht „Rat lehnt Umgehungsstrasse für Beelen ab“ erreichte uns nachstehender Leserbrief von Thomas Lorenz, Esch 20 aus Beelen

SPD, Grüne, FWG und die Bürgermeisterin – entscheiden gegen sicheren Schulweg

Die Ratsfraktionen FWG, SPD und Grüne haben sich in der Ratssitzung am 11.05.2017 gegen den geplanten Bau der Umgehungsstraße B64n entschieden.
Diese Entscheidung, mit der Stimme der Bürgermeisterin Elisabeth Kammann, kann man als Beobachter nur verantwortungslos und beschämend bezeichnen. Auch diverse Kompromissangebote seitens der Fraktionen von CDU und FDP konnten die FWG Fraktion nicht von ihrer Geisterfahrt abbringen.
Man will aber nicht als Blockierer der B64n verstanden werden.

Ich bin erschüttert, nein sogar richtig wütend, weil hier dem Willen der Bevölkerung null Rechnung getragen wird. Die Grünen in Beelen beklagen mangelnde Transparenz und Einbindung der Bevölkerung, gleichzeitig ignoriert die von der Bürgerinitiative „Bürger für Beelen“ gesammelten 1200 Unterschriften (2014) für den Bau der Umgehungsstraße. Wer so wenig Respekt vor den Bürgerinteressen hat, wird gnadenlos abgestraft.

Wie will man es den Eltern der Grundschüler erklären, die jeden Tag zweimal die gefährliche B64 queren müssen?

Wie viel Unfälle müssen noch passieren, bis diese Amateurvolksvertreter ohne Weitblick endlich aufwachen?

Wie will man es den Eltern der Grundschüler erklären, die jeden Tag zweimal die gefährliche B64 queren müssen?

Nicht nur dass diese Stimmungsmache gegen die Umgehungsstraße die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler der Grundschule gefährdet und weiterhin hohe Feinstaubbelastung und Lärm für das Zentrum von Beelen bedeutet, nein die Entscheidung ist auch ein Schlag ins Gesicht der unterstützenden Nachbarkommunen Warendorf und Herzebrock-Clarholz, welche sich ganz klar für die Umgehungsstraße ausgesprochen haben.
Aber man will nicht als Blockierer wahrgenommen werden!

Wie wollen die Ratsmitglieder von SPD, FWG und Grüne dies dem gemeinen Bürger erklären, dass sich weiterhin jeden Tag tausende PKW und LKW mit all dem Dreck und Lärm mitten durch Beelen quälen? Wann gibt es hier im Beelener Zentrum endlich langfristige Messungen der Feinstaubbelastung? Man könnte meinen, dass das Zentrum und die dort lebenden Bürger den Ratsvertretern von SPD, Grüne und allen voran der FWG egal sind. In den entsprechenden Ratsfraktionen werden nur die eigenen persönlichen Interessen vertreten. Der Beelener Klüngel wie er leibt und lebt.

Der Widerstand zur Umgehungsstraße durch die FWG war schon in der Vergangenheit klar erkennbar. Der Unterstützung durch die grünen Ratsmitglieder konnte die FWG sicher sein, da die Grünen im Grunde seit ihrer Ratszugehörigkeit meist mit der FWG stimmen . Aber dass sich eine SPD Ratsfraktion nicht zu schade ist eine absolut dumme Entscheidung mitzutragen, kann man nur als kurzsichtig und unheimlich feige betrachten. Gerade die SPD, die man in der Vergangenheit eher kritisch gegenüber der Bürgermeisterin und der FWG erlebt hat, geht nun im Gleichschritt mit den Entwicklungsblockierer FWG und Grüne. Woran dass wohl liegt? Womöglich an persönlichen Beziehungen zu FWG-Mitgliedern? Aber auch die SPD möchte nicht als Blockierer wahrgenommen werden!

Dass man nun nicht als Blockierer der B64n gelten möchte, wie der WDR Lokalzeit vom 11.05.2017 zu entnehmen ist, kann nur ein schlechter Witz sein. Denn was erreicht man denn mit dem nun vorliegenden Ratsbeschluss? Die vordringliche Planung könnte nun deutlich nach hinten verschoben werden und somit der Standort Beelen noch unattraktiver für Unternehmen und Familien machen.
Schon heute sind aufgrund der katastrophalen Wirtschaftsentwicklung (fehlende Gewerbeflächen etc.) und der schlechten Verkehrsanbindung keine nennenswerten Unternehmensneuansiedlungen in Sicht. Und wer weiß ob dieser destruktive Ratsbeschluss nicht sogar dazu führt, dass Unternehmen ihre Produktion und Logistik in verkehrsgünstige Regionen verlagern.

Die zweite Möglichkeit als Folge aus diesem dumm dusseligen Ratsbeschluss könnte sein, dass Beelen überhaupt keine Mitsprachemöglichkeit mehr hat und dass aufgrund des hohen Drucks aus den Nachbarkommunen die Umgehungsstraße so gebaut wird wie geplant. Beelen wäre dann im Kreis wie auch im Land isoliert.
Es wird keine andere Umgehungsstraße geben, als was bisher auf dem Tisch liegt. Das müssen die Bürgermeisterin und ihr Hofstaat endlich akzeptieren.

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