Exklusiver Pressetermin in Beelener Notunterkunft!

Beelen (Be.) Am heutigen Tag besuchte Beelen-ONline.de, als akkreditiertes Medium der zuständigen Bezirksregierung, die Notunterkunft in Beelen.

Nach nur einem Monat Vorbereitung und >>leider<< etlichen Telefonaten, wurde der Termin in der vergangenen Woche mit uns, von Seiten des DRK-Ortsverein Warendorf e.V., abgesprochen.

Empfangen wurden wir mit >>großem Bahnhof<<, bestehend aus 3 Mitarbeitern des DRK-Ortsverein Warendorf e.V., hierunter auch dem Geschäftsführer Jens Peters, sowie einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes.

Unsere Berichterstattung begann mit leichtem Smalltalk und einer Besichtigung eines leeren Zimmers in der Notunterkunft. Die Zimmer, in unterschiedlicher Größe, sind mit bis zu 16 Etagenbetten ausgestattet (s. Foto). Die Bewohner werden, soweit möglich, nach Herkunftsländern auf die Zimmer verteilt, um mögliche Reibereien untereinander zu vermeiden.

Nach den Mahlzeiten, die von einem Cateringunternehmen angeliefert werden, spülen die Flüchtlinge selber das Geschirr in der ehem. Küche der VGS (s. Foto). Die Einteilung hierzu wird sogar von diesen selber vorgenommen und funktioniert, erklärte ein Mitarbeiter des zertifizierten Sicherheitsdienstes ergänzend. Zur Erleichterung wurde eine Industriespülmaschine angeschafft.

Auch Reinigungsarbeiten in der Notunterkunft werden teilweise von den Flüchtlingen selber vorgenommen. Dies betrifft insbesondere die eigenen Zimmer und auch Flure, berichtete das DRK.
Die vorhandene >>Aula<< der VGS, in welcher auch aktuell die Mahlzeiten eingenommen werden, wird von einem Reinigungsunternehmen gesäubert. Gleiches gilt für sanitäre Anlagen, sowie Bereiche, in denen Hygienevorschriften gelten.

Aktuell befinden sich in der Beelener Notunterkunft, welche Platz für ca. 250 Flüchtlinge bietet, nur rund 40 davon, die vom Betreiber auch als Gäste bzw. Bewohner bezeichnet werden. Nachdem die Verweildauer der >>ersten<< Flüchtlinge, diesen offensichtlich zu lange dauerte (Beelen-ONline.de berichtete), die derzeitig geplante Verweildauer maximal 6 Wochen, bis die Flüchtlinge auf die Kommunen umverteilt werden. Mittlerweile hat sich alles eingespielt und läuft recht reibungslos. Der Grund für die geringe Anzahl könnte darin liegen, dass auch der Flüchtlingsstrom nach Deutschland etwas nachgelassen hat.

Während unseres Besuches, ließen wir selbstverständlich die Bürgerfragen, die uns in den vergangenen Tagen und Wochen erreichten, mit einfließen.

Es gibt in der Notunterkunft feste Zeiten für Frühstück, Mittag- und Abendessen, auch das Freizeitangebot in Beelen ist für die Flüchtlinge recht groß erfuhren wir von Pressesprecher Christoph Gabel. Auch wird ein Deutschkurs in der Notunterkunft angeboten. Der größte Teil der Arbeit wird von hauptamtlichen Mitgliedern des DRK ausgeübt, ehrenamtliche Mithilfe gibt es zwar, diese ist jedoch deutlich in der Minderheit.

Mögliche finanzielle Auslagen von ehrenamtlichen Mitarbeitern (solange sich diese in einem nachvollziehbaren Rahmen bewegen) werden zweifelsfrei erstattet, das Gerücht jedoch (so wurde uns von jemandem berichtet, der angab, dass er derzeit in genau diesen Genuss käme und bald vor der Prüfung stehen würde), dass diese auch beispielsweise einen LKW-Führerschein vom DRK bezahlt bekommen, dementierte Peters eindeutig.
Zwar besteht die Möglichkeit durch Bundes- oder Landesmittel einen solchen Führerschein möglicherweise bezahlt zu bekommen, dies jedoch nur, wenn man beispielsweise im Bereich des Katastrophenschutzes tätig sei. Als >>rein<< ehrenamtlicher Helfer in einer Flüchtlingsunterkunft, wurde diese Option allerdings als unmöglich eingestuft.

Auch mögliche Polizeieinsätze halten sich sehr in Grenzen erklärte uns der Sicherheitsdienst auf Anfrage. Ganze drei Stück gab es nur seit September hiervon, wobei diese als „Kleinigkeiten“ bezeichnet wurden und mehr daher rühren, dass die Flüchtlinge die Polizei nach eigenen Reibereien präsent haben wollten. Das Gerücht, dass die Flüchtlinge den Sicherheitsdienst in der Vergangenheit angegriffen oder gar zusammengeschlagen hat, wurde eindeutig von diesem dementiert.

Die Internetversorgung durch den >>Freifunk<< wurde als gut bezeichnet, da sich derzeit die Flüchtlinge nicht >>beschweren<< würden. Nachdem Beelen-ONline.de auf Wunsch der Warendorfer Freifunker, im September 2015 Aufrufe in der Bevölkerung gestartet hatte, den Flüchtlingen mittels Internet-Sharing zu helfen, brach der zuständige Initiator Engelbert H., nach mehreren Mails, den Kontakt zu unserer Redaktion, wundersamer Weise ab und antwortet seitdem nicht mehr, was Rückschlüsse zulässt.
Die Versorgung mit dem >>Freifunk<<, mindestens in der Beelener Einrichtung hat u.a. auch den Vorteil, dass die >>Strassentelefoniermeile<< (Beelen-ONline.de berichtete), schon lange nicht mehr existent ist.

Die Zahlung des >>Taschengeldes<< an die Flüchtlinge erfolgt jeweils wöchentlich. Das DRK schätzt sich glücklich, dass dies trotz Gesetzesänderung vom 1.11.2015, nicht in Sachleistungen stattfinden muss, da u.a. der logistische Aufwand immens wäre und man sicherlich hierfür einen Kiosk einrichten müsste, der mehrfach wöchentlich zu öffnen wäre.
Die Beelener Notunterkunft wird zum Schutz der Flüchtlinge regelmäßig durch die Kreispolizei Warendorf bestreift, auch der zuständige Bezirksbeamte ist nahezu täglich zu >>Besuchen<< vor Ort.

Geschäftsführer Peters hat zudem sehr Weise vorausschauend gehandelt und für ALLE Flüchtlinge in allen Notunterkünften, die vom DRK im Kreis Warendorf betrieben werden, eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Diese ist auch problemlos mit rund 1.400 Euro pro Jahr bezahlbar und verschafft Bürgerinnen und Bürgern zusätzliche Sicherheit. Dies bedeutet, dass von Flüchtlingen versehentlich verursachte Schäden (z.B. mit dem Fahrrad an ein Auto gekommen) abgedeckt sind. Leider ist dies bei KOMMUNAL untergebrachten Flüchtlingen oftmals nicht der Fall.

Es ist zwar eine bestehende Tatsache, dass der reguläre Mietvertrag der Notunterkunft nur bis Ende Februar 2016 besteht. Tatsache ist jedoch auch, dass nicht nur im Kreis Warendorf, sondern bundesweit immer mehr Turnhallen, die als Notunterkunft dienen, wieder ihrer eigentlichen Bestimmung übergeben werden.
Tatsache hierbei ist, dass die vorhandenen >>festen<< Gebäude sehr sicher zur Unterbringung von Flüchtlingen bevorzugt werden und auch Geschäftsführer Peters erklärte, dass hierzu die ehem. VGS optimal sei.

Beelen kann sich übrigens glücklich schätzen, derzeit eine solche Notunterkunft zu haben. Wäre diese nicht vorhanden, müsste die Gemeindeverwaltung ca. 90 zugewiesene Flüchtlinge >>fest<< beherbergen. Dies ist nur solange ausgesetzt, wie die Notunterkunft Bestand hat.
Allgemein ist bekannt, dass genau dieser Wohnraum derzeit in Beelen definitiv fehlt.

Anmerkung der Redaktion: Bekannter Weise unterstützt Beelen-ONline.de keine gewünschten >>Haus- und Hofberichterstattungen<< und lässt sich auch nichts >>in den Block<< diktieren. Unsere Redaktion berichtet nach vorhandenen Fakten und hinterfragt sorgfältig. Beelen-ONline.de steht nicht für >>Ich wünsch mir was<<, sondern >>So ist es<<. Weiterhin bleibt unser Bürgerangebot >>Fragen<<, die sich u.a. auf die Beelener Notunterkunft beziehen, aufrecht erhalten, die wir gerne in einem möglichen, kommenden Pressetermin stellen werden.

Mit diesem Bericht ist sicherlich ein ordentlicher Start gesetzt und wir hoffen, dass weiteren Berichterstattungen, durch unser Medium, nichts im Wege stehen wird.