Haupt- und Finanzausschuss verteilte vorzeitige Weihnachtsgeschenke!

Beelen (Ne.) In der Sitzung des HFA, im weihnachtlich beleuchteten Rathaus, wurden eifrig Geschenke an die Bürger und Bürgerinnen verteilt.

So kann sich der Heimatverein auf eine Förderung von 2.500 € für den Ankauf der Beelener Heimatfilme zwecks Gründung eines Filmarchivs, freuen. Für einen Kunstrasensportplatz wurden 5.000 €, als Anschub für Planungskosten, in den Haushalt eingestellt. Beelen ist die einzige Gemeinde im Kreis Warendorf, die über keinen Kunstrasenplatz verfügt. Daher sind vor allem im Winter nur stark eingeschränkte Trainingsmöglichkeiten für die Fußballabteilung vorhanden.
Für die Randsportart Parkour wurden 3.000 € zur Planung und Errichtung einer Freiluftsportanlage bewilligt, dessen Gesamtkosten allerdings noch zu ermitteln sind. Hier stand das Wort von 20.000 Euro im Raum. Ohne Eigenleistung der Sportler, dürfte jedoch dieses Projekt nicht zu verwirklichen sein, da waren sich fast alle Ausschussmitglieder einig.

Dem Antrag der SPD auf die Bereitstellung von 4.000 € für die Planung eines Fußradweges von der B64/ Harsewinkeler Damm bis zum Axtbach zu verzichten, wurde von Joachim Hassa, FWG, vehement widersprochen. Hassa führte aus, dass für ältere Mitbürger/innen der Senioreneinrichtung am Harsewinkeler Damm, die auf einen Rollator angewiesen sind, ein guter Ausbau von Fußwegen wichtig sei.
Dieses sah die Mehrheit im Ausschuss auch so und das Ansinnen der SPD auf diesen Fuß- und Radweg zu verzichten, wurde abgewiesen.

Und weiter ging es mit dem Füllhorn der Geschenke.
War im ursprünglichen Entwurf des Haushaltsplans eine weitere Erhöhung von Gewerbesteuer und Grundsteuer vorgesehen, so konnte einstimmig auf Grund der guten Finanzlage der Gemeinde Beelen hierauf verzichtet werden.
Der Kämmerer konnte mit Stand 11. Dezember 2014, Gewerbesteuer in Höhe von 3,95 Millionen Euro in die Schatzkammer der Gemeinde Beelen packen.
Da auch noch rund 50. 000 € weniger für die Kreisumlage zu berappen sind, ist der Beelener Haushalt so gut aufgestellt, dass im kommenden Jahr rund 500.000 € an Schulden getilgt werden können. Damit hat die Gemeinde Beelen im Jahr 2017 einen Schuldenstand von unter einer Million Euro erreicht.

Und zum I-Tüpfelchen wurde festgestellt, dass wegen vorhandener Überschüsse, die Gebühren für Straßenreinigung und Winterdienst nicht erhöht werden müssen.
Dass dieser Haushalt eine große Zustimmung bei nur einer Gegenstimme fand, dürfte wirklich nicht verwundern.
Damit wird der Rat in der kommenden Woche nur noch eine formale Sitzung ohne wirkliche Diskussion über den Haushalt 2015 vor sich haben und schnell zum traditionellen Schnittchenempfang der Bürgermeisterin übergehen.

Bleibt nur zu hoffen, dass die verteilten Geschenke, 2015 wegen wegbrechender Gemeindefinanzen, nicht wieder eingesammelt werden müssen.

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Der Kommentar:
Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Neukötter

Bedingt durch die gute Finanzlage der Gemeinde Beelen dürfte den Mandatsträgern/innen die Weihnachtsgans gut schmecken.
Hohe Nachzahlungen mit Einmaleffekt und eine gute Konjunktur lassen Beelen auf der Sonnenseite im Kreis Warendorf erscheinen. Nur wie lange hält der Trend an? Das der Rat eine konsequente Entschuldung der Gemeinde Beelen ansteuert, ist in Ordnung. Nur sollten die verantwortlichen Politiker/innen nicht vergessen zu investieren. Beelen hat als einzige Gemeinde keinen Kunstrasensportplatz. Gute Sportmöglichkeiten sind wichtig, um die Attraktivität von Beelen zu steigern.
Auch bei dem Umbau der ehemaligen Hauptschule in eine Grundschule, darf nicht nur das Nötigste gemacht werden. Beelen braucht, weil es die letzte Schule in Beelen ist, eine moderne Grundschule mit Leuchtturmeffekt in die Nachbarkommunen.
Bei Zinssätzen von 1,4% kann eine Kreditaufnahme für Zukunftsinvestitionen auch mal sinnvoll sein. Dieses bedeutet dann nicht zwangsläufig die Abkehr von einer Konsolidierung der Gemeindefinanzen. Hätten Häuslebauer in Beelen auch nur dann mit dem Bau ihres Eigenheims begonnen, wenn das Haus in bar hätte bezahlt können, dann wäre Beelen um einige Baugebiete ärmer.

Ach ja bei aller Eintracht und Glückseligkeit fällt auf, dass die SPD, mit neuer Fraktionsleitung, scheinbar nicht so recht weiß, wo sie denn ihre politischen Schwerpunkte setzen soll. Planungskosten für einen Radweg am Harsewinkeler Damm abzulehnen und den Radwegebau in Beelen fördern zu wollen, passt nicht zusammen.