Hauptschulgebäude ein Sanierungsfall! Wurde auch Asbest verbaut?

Beelen (Ne.) Die Außenfassade, der Anfang der achtziger Jahre gebauten Hauptschule, ist in die Jahre gekommen. Sichtbare Schäden an den Fenstereinfassungen, abgeplatzter Beton an den Sichtbetonteilen und Risse im Verblendmauerwerk sind deutlich erkennbar. Eigentlich nicht verwunderlich nach dreißig Jahren. Nimmt man sich ein Teleobjektiv zur Hilfe und sucht systematisch nach Schäden, so wird man schnell fündig. Insgesamt wurden in den vergangenen dreißig Jahren nur minimale Wartungsarbeiten an der Fassade vorgenommen.

Problematisch dürfte auch die Wärmedämmung der Fassade sein. Da, wie unsere Recherchen ergaben, die Sichtbetonteile an der Außenfassade ohne Dämmung mit den Betonstützen verbunden sind, dürfte eine Sanierung unumgänglich sein, will man eine ordentliche Wärmedämmung der Fassade erreichen.
Die Anfang der achtziger Jahre an den Ortgängen im Dachbereich verbauten Zementfaserplatten, könnten gesundheitsschädlichen Asbest enthalten. Die Asbestindustrie hatte erst 1982, also im Bauzeitraum der Schule, eine Selbstverpflichtung abgegeben, im Hochbau schrittweise auf Asbest in Zementfaserplatten zu verzichten. Erst 1991 waren in Deutschland Baustoffe mit Asbest vom Markt komplett verschwunden.

Asbest kann zu schweren gesundheitlichen Schäden an den Atemwegen führen und ist daher verboten worden. Sollten die an der Beelener Hauptschule verwendeten Zementfaserplatten Asbest enthalten, dann steht auch ein Austausch dieser Platten an. Dabei ist es relativ leicht festzustellen, ob die an der Hauptschule verwendeten Zementfaserplatten Asbest enthalten. Alle Zementfaserplatten die kein Asbest enthalten, sind mit der Kennung NT (Neue Technologie) oder AF (Asbestfrei) gekennzeichnet. Daher dürfte es für die Gemeinde Beelen ein leichtes sein, zu ermitteln, ob die Zementfaserplatten an der Hauptschule Asbest enthalten. 

Bei unseren Beobachtungen konnten wir feststellen, dass einige Platten im Bereich der Ortgänge und Firste, starke Verwitterungen auf der Wetterseite aufweisen. Bekannt ist, dass poröse Asbestzementplatten mehr Fasern abgeben als Platten mit glattem Gefüge, die bei großflächiger Lüftung durch die Fenster in die Klassenräume eingetragen werden können.

Daher dürften die 945 000 Euro, die vom Gemeinderat für den Umbau der ehemaligen Hauptschule für Grundschulzwecke vorgesehen sind, nur für eine Flickschusterei ausreichen. Eine moderne, zukunftsfähige und gesunde Grundschule dürfte damit wohl erledigt sein.