Kirmeseröffnung Beelen – …voll geht anders…

Beelen (Be.) Zugegeben, zur Kirmeseröffnung in Beelen waren Menschen auf dem Kirmesplatz. Einig waren sich jedoch weitgehend alle Anwesenden – „voll geht anders“.

Die Menschenmenge war sehr überschaubar. Wie in jedem Jahr gab es nach den Ansprachen vom Heimatverein, Beelens Bürgermeisterin Kammann für die Gemeindeverwaltung und Pfarrer Happe, 15 Minuten Freifahrten. Natürlich waren die Freifahrten, wie in jedem Jahr, das Zugpferd, zum Locken.

Auch wenn man von Jahr zu Jahr, augenscheinlich, immer weniger Besucher auf der Kirmes sieht, so spielte zudem das Wetter auch leider in diesem Jahr nicht mit und ab 16.30 Uhr leerte sich der Kirmesplatz, durch den Regen zunehmend, sehr zum Leidwesen der Schausteller.

Der magische Anziehungspunkt war – wie eigentlich jedes Jahr – der Autoscooter der Schaustellerfamilie Tovar. In diesem Jahr jedoch auch noch mit neuen Autos auf der Fläche, die alleine schon einen absoluten Hingucker, durch die Beleuchtung, darstellten. Selbst Bürgerinnen und Bürger, die man zuvor nie im Autoscooter gesichtet hat, testeten die neuen Autos und waren restlos begeistert. (www.autoscooter-tovar.de )

Der Musikshop des Unternehmens Rasch hatte es da schon wesentlich schwieriger, die Sitzplätze voll zu bekommen, so dass die Pausen zwischen den einzelnen Fahrten immer größer wurden. (www.schausteller-rasch.de )

Von den Schaustellern bemängelt wurden sehr klar, die schlecht sichtbaren Kirmesplakate (Beelen-ONline.de berichtete), welche die Gemeindeverwaltung Beelen hat anfertigen lassen. Für den vorbeifahrenden Autofahrer ist maximal das Wort „Kirmes“ zu erkennen.
Gute Werbung geht anders.

Aus der Not heraus, bezgl. der Werbung geboren, hat dann ein teilnehmender Schausteller 2 eigene Werbebanner, mit dem grossen Hinweis „KIRMES – DIESES WOCHENENDE“, aufgehangen.
Auch wurden von Seiten der Gemeindeverwaltung keine Presseberichte an Medien verschickt, um auf die Beelener Kirmes – und mögliche Highlights – aufmerksam zu machen. Lediglich wurde mitgeteilt, ab wann der Kirmesplatz gesperrt ist und wo man während der Kirmeszeiten parken kann. Eine Tatsache, die unsere Redaktion übrigens bestätigen kann.
Zusammengefasst zeigt dies, das scheinbar ehr mindere Interesse, der Gemeindeverwaltung Beelen, an der eigenen Dorfkirmes.

Auf Nachfrage unserer Redaktion, bei verschiedenen Schaustellern, die diesjährige Werbung der Beelener Kirmes betreffend, äusserte man sich eindeutig: „Leider ist man in Beelen schlechte Werbung gewöhnt. Das war immer schon so – ausser mal in einem Jahr – und das wird auch wohl leider so bleiben.“ Ein anderer Schausteller äußerte sich noch klarer: „Wenn die Kirmeseinnahmen für uns Schausteller, in Beelen, noch schlechter werden, wird es sicher hier auf Dauer keine Kirmes mehr geben. Ich werde mich für das kommende Jahr um einen anderen Kirmesplatz bemühen.“

Als absoluten Lacher konnte man zudem am gestrigen Tag auch wieder in einer lokalen Tageszeitung bewundern, dass ein Aussteller* mit seinem Familienunternehmen sowie dem „Discojet“** jedes Jahr gern nach Beelen kommt – oder auch Sätze wie „Bis die Raupe*** rollt…“

Wir drücken den Schaustellern die Daumen, dass der Kirmessonntag und Montag, bei hoffentlich auch passablem Wetter, wenigstens die Einnahmen zur Kostendeckung bringt.

*Aussteller??? Wird etwas zur Besichtigung und/oder zum Kauf ausgestellt? – die richtige Berufsbezeichnung ist SCHAUSTELLER!

**Der bekannte “Discojet” ist ein hochmoderner Musikexpress von Arno & Nicole Heitmann aus Münster, die weder in diesem noch in den vergangenen XX Jahren in Beelen gastiert habent.

***Eine Raupenbahn hat ein Verdeck, welches üblicherweise zum Ende einer Fahrt zum Einsatz kommt und den Fahrgästen eine mitunter „intime“ Umhüllung bietet. Zudem fährt eine Raupenbahn langsamer als ein Musikexpress. Ob oder wann die letzte Raupenbahn in Beelen gastiert hat, war leider spontan nicht zu ergründen.