Schulpolitik verschlafen, Hauptschule am Ende!

Der Kommentar von unserem Redaktionsmitglied Thomas Neukötter!

Es dürfte für die Bürgermeisterin ein schwerer Gang werden wenn Sie den Schlüssel zur endgültigen Schließung der Hauptschule umdrehen muss und damit das Ende einer weiterführenden Schule in Beelen besiegelt.

Sicherlich ist der demografische Wandel mit dafür verantwortlich, dass in Beelen kein weiterführendes Schulangebot mehr vorhanden ist. Allerdings hat auch die verfehlte Kommunalpolitik ihren Anteil an der Schließung der Hauptschule. Jahrelang wurde kein Handlungsbedarf in Sachen Neuausrichtung der Schullandschaft in Beelen gesehen. Während die Nachbarkommunen ihre Schulen auf den Ganztag umstellten und in innovative Bildungsangebote investierten, sah man in Beelen in Sachen Hauptschule keinen Handlungsbedarf. Außer der ständig wiederholten Aussage, dass die Hauptschule in Beelen eine GUTE Schule sei, war aus der Kommunalpolitik nichts zu hören. Im Wahlprogramm der FWG von 2009 war kein einziger Satz über die Hauptschule zu finden. Es sei denn, die von der FWG im Wahlkampf propagierte Renovierung der Toilettenanlage der Hauptschule wird als Schulpolitik verstanden.
Der Bürgermeisterkandidat Pott wurde auf das heftigste von der FWG kritisiert, weil er dringenden Handlungsbedarf in Sachen Hauptschule sah. Auch als es um die Einstellung einer Fachkraft für die Hauptschule ging, die den Schülern den Übergang in den Beruf erleichtern sollte, war es die FWG im Rat, die aus finanziellen Gründen eine Einstellung ablehnte. Gleichzeitig hat die Mehrheit der FWG im Rat zugestimmt, 60 000 Euro für den Erweb des Hauses Heuer bereit zu stellen. Als dann in NRW das Schulgesetz geändert wurde und die neue Schulform der Sekundarschule an den Start ging, war in Beelen der Zug längst abgefahren. Auch die großen PR-Veranstaltungen in Sachen Sekundarschule konnten die Eltern in Beelen nicht von einem Teilstandortkonzept einer Sekundarschule überzeugen.
Dabei hätte Beelen durchaus eine Chance gehabt eine weiterführende Schule zu etablieren, die auch Schüler aus den Nachbarorten angesprochen hätte.
Die Gesamtschule in Ahlen musste jedes Jahr zahlreiche Schüler aus dem Kreis Warendorf ablehnen, weil Ahlen keine Aufnahmekapazitäten mehr hatte. Warum in Beelen kein Politiker auf die Idee gekommen ist schon vor Jahren über die Einrichtung einer zweiten Gesamtschule für den Kreis Warendorf in Beelen nachzudenken, ist schon verwunderlich. Dabei hat Beelen mit der Nord-Westbahn einen hervorragenden Anschluss an den ÖPNV.
Aber diese Chance ist vor Jahren vertan worden. Nun muss Beelen eben mit der Tatsache leben, das die Gemeinde Beelen eine selbstständige Kommune OHNE eine weiterführende Schule ist.