Feuerwehr Beelen fehlt Personal

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Neukötter

Da der Feuerwehr Beelen Kameraden/innen fehlen,  kann das Schutzziel 1 überwiegend nicht erreicht werden. So die Feststellung des Gutachters im Gutachten zum Brandschutzbedarfsplan der Gemeinde Beelen. Bei dem Schutzziel 1 handelt es sich um den Zeitraum, der maximal zulässig ist, um eine Person, die in einer brennenden Wohnung im Brandrauch liegt, noch retten zu können.

Also bedeutet das im Klartext, dass in Beelen in der überwiegenden Anzahl der Einsätze die zeitkritisch sind, die Feuerwehr mit zu wenigen Einsatzkräften an der Einsatzstelle ist um die geforderten Schutzziele zur Menschenrettung erreichen zu können.

Dies ist der Vergangenheit geschuldet, in welcher der Brandschutz in Beelen eher stiefmütterlich behandelt worden ist. So hat die Gemeinde Beelen es bisher versäumt, bei Stellenbesetzungen in der Gemeindeverwaltung, darauf zu achten, dass Bewerber möglichst eine Feuerwehrausbildung mitbringen, oder die Bereitschaft erklären, der Feuerwehr Beelen beizutreten. Das 2006 eingeweihte Feuerwehrgerätehaus wurde nur nach den minimal erforderlichen gesetzlichen Vorgaben gebaut, welche natürlich keine Raumreserven vorsahen. Knapp eine Million Euro hat der Neubau des Gerätehauses gekostet und wurde mit erheblicher Eigenleistung der Feuerwehrkameraden/innen errichtet. Die fehlenden Einsatzparkplätze waren schon damals ein Problem, allerdings haben die verantwortlichen Politiker keine Notwendigkeit dafür gesehen,  bei dem Neubau des Gerätehauses entsprechende Parkplätze zu errichten. Ferner wurden in der Vergangenheit notwendige Ersatzbeschaffungen von Fahrzeugen immer wieder aufgeschoben, so dass in den vergangenen acht Jahren fast der gesamte Fahrzeugpark mit neuen Fahrzeugen ersetzt werden musste. Dies hat zur Folge, dass der Aufwand für die Ausbildung der Kameraden/innen in die neue Technik der Fahrzeuge erheblich ist und Zusatzausbildungsdienste neben dem regulären Einsatz- und Übungsdienst erforderlich macht.

Auch die vom Gesetzgeber geforderte Ausbildung der freiwilligen Feuerwehrkräfte ist in den vergangenen Jahren immer umfangreicher geworden. Da die Lehrgänge in der Regel an Wochenenden oder in den Abendstunden stattfinden, haben Kameraden/innen die zunehmend im Schichtdienst und an Wochenenden arbeiten müssen, große Probleme die Lehrgänge besuchen zu können. Feststellbar ist auch, dass Bewerber, die einer freiwilligen Feuerwehr beitreten wollen, immer häufiger nicht voll tauglich für den Feuerwehrdienst sind. Die Mindestanforderungen für die Tauglichkeit im Feuerwehrdienst in einer freiwilligen Feuerwehr sind die gleichen wie in einer Berufsfeuerwehr.

Es wird auch immer schwieriger die umfangreichen Arbeitsschutzbestimmungen und Geräteprüffristen allein auf ehrenamtlich tätige Gerätewarte zu übertragen. Bei der Feuerwehr Beelen sind die ehrenamtlichen Gerätewarte häufig an Wochenenden im Gerätehaus den ganzen Tag im Einsatz um die notwendige Wartung der Gerätschaften durchzuführen.

Das die freiwillige Feuerwehr als billige Lösung zur Beseitigung von Ölspuren herangezogen wird ist ein besonderes Ärgernis. Zuständig sind hier eigentlich die Straßenbaulastträger. Die Gefahr durch eine Ölspur kann durch eine Sperrung des von einer Ölspur betroffenen Straßenabschnittes von der Polizei, beseitigt werden. Hierzu bedarf es keiner Feuerwehr.

Die ab 01.04.2018 eingeführte E-Call Funktion in PKW, die eine automatische Alarmierung der Feuerwehr nach sich zieht, wen ein Airbag gezündet hat, dürfte eine Vielzahl von zusätzlichen Einsätzen den Feuerwehren bescheren.

Mein persönliches Resümee nach 25 Jahren in der Feuerwehr Beelen ist, das es in der Freiwilligen Feuerwehr Beelen eine gelebte Kameradschaft und eine hohe Motivation für den Feuerwehrdienst gibt.

Allerdings kann ich sehr gut verstehen, dass sich immer weniger Bürger/innen den zeitintensiven Dienst in einer freiwilligen Feuerwehr antun wollen, da dieser insbesondere in Beelen nur spärlich gewürdigt wird. Unter den heutigen vorherrschenden Bedingungen, würde ich es mir auch dreimal überlegen in eine freiwillige Feuerwehr einzutreten.

Rund 100 Stunden werden an Grundausbildung als Minimum benötigt, bis man einsatzfähig ist. Wenn das auch für Kommunalpolitiker Pflicht wäre, ja dann bliebe im Beelener Gemeinderat so mancher Ratsplatz leer.