Asbest in Von-Galen-Schule Beelen nachgewiesen

Gesundheitsgefährdender Chrysotil-Asbest an der ehemaligen Von-Galen-Schule nachgewiesen!

Beelen (Ne.) Mehrfach wurde in der Bürgerfragestunde des Gemeinderates die Anfrage gestellt, ob beim Bau der ehemaligen Hauptschule in der Gaffelstadt asbesthaltige Baumaterialien verwendet worden sind. Die Antworten auf die zahlreichen Anfragen, waren von Seiten der Verwaltung und einiger Ratsmitglieder immer ausweichend. Es wurde auf Gutachten verwiesen, die aber zu keiner Zeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind. Dann wurde wiederum erklärt, dass das Gebäudebaujahr von 1983 ein Indiz dafür sei, das kein Asbest vorhanden sei. Auf eine Bürgerfrage in der Ratssitzung vom 19.12.2017 zum Thema Asbest, wurde  von Seiten der Verwaltung von „lungengängigen Faserstoffen“ gesprochen, jedoch nicht von Asbest. Aus Unterlagen der Deutschen Asbestindustrie, die Beelen-ONline.de der Gemeindeverwaltung Beelen am 06.12.2017 per Email zur Verfügung gestellt und auch veröffentlicht hat (http://beelen-online.de/2017/12/06/50-000-60-000-euro-fuer-die-instandsetzung-des-von-galen-schuldachen-schlagen-schon-mal-zu-buche/) geht hervor, dass die am ehem. Hauptschulgebäude auch in unmittelbarer Nähe zu den Klassenfenstern großflächig verbauten Faserzementplatten, (nach unseren Recherchen ebene Tafeln 1 cm) bis zum Produktionsjahr 1986 Asbest enthalten haben.
Fakt ist auch, dass Glasfaserdämmmaterial, welches sich im Deckenbereich des Hauptschulgebäudes befand und als lungengänig in einem Fachgutachten  bezeichnet wurde, unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen entsorgt worden ist. Ob sich die Aussage der Gemeindeverwaltung bezüglich der lungengängigen Stoffe auf diesen Sachverhalt bezog, ist unklar.

Asbest ist eine silikatische Mikrofaser von bis zu 2 Mikrometer Größe, die nachweislich Lungenkrebs auslöst und seit 1993 verboten ist. Dabei kann schon die Inkorporation von geringen Mengen Asbestfasern in das Lungengewebe eine Asbestose auslösen.

Beelen-ONline.de hat selber nachgeschaut und von einer bei Dacharbeiten am ehemaligen Hauptschulgebäude demontierten, auf einen öffentlichen nicht abgesperrten Bereich heruntergefallenen Faserzementplatte eine Probe entnommen und diese Probe an ein nach VDI-Richtlinie 3866 (Blatt5) zertifiziertes Fachlabor geschickt. In Anbetracht der Gefährlichkeit von Asbestbauschutt den Entsorgungscontainer offen, ohne jegliche Absperrung in einer Parkbucht auf einem frei zugänglichen Parkplatz vorzufinden, wo Kinder ohne Schwierigkeiten an den Bauschutt gelangen konnten, sei nur am Rande erwähnt.

Das Ergebnis hat uns dann nicht wirklich überrascht, eindeutig asbesthaltig so die Feststellung des Labors. In der Probe wurde Chrysotil-Asbest mit einem Gehalt von 1% bis 15% gefunden. Im  von uns in Auftrag gegebenen Asbest-Gutachten wurden die Aussagen der Deutschen Asbestindustrie zu Asbestbaustoffen vollumfänglich bestätigt. Das der Gemeindeverwaltung Beelen und dem Vorsitzenden FWG Ratsmitglied des Bau- und Planungsausschuss diese Problematik gänzlich unbekannt war, ist nicht  glaubhaft.

Welche Gefahren mutet man Grundschulkindern und Lehrpersonal zu?

Es ist doch eigentlich selbstverständlich, wenn ein altes Gebäude zur Grundschule umgebaut werden soll, dass im Vorfeld eine umfassende Analyse von möglichen Gift- und Schadstoffen, die die Gesundheit der Kinder gefährden können, stattfindet.

Es drängt sich der Verdacht auf, das man es gar nicht so genau wissen wollte, was denn da so an Giftstoffen in dem Gebäude der ehemaligen Hauptschule  steckt. Jedenfalls hatten wir bei unseren Recherchen bei einigen Kommunalpolitikern, hier insbesondere von der FWG und den Grünen, das Gefühl, das nichts unversucht gelassen wurde um Beelen-ONline.de hinter die Fichte zuführen um unsere Recherchen und Anfragen in Leere laufen zulassen.

Nun sind gebundene Asbestfasern in ebenen Tafeln aus Faserzement nicht problematisch, solange diese nicht stark verwittert sind und an den Platten nicht gearbeitet werden muss. An der ehemaligen Von-Galen Schule sind die an den Ortgängen, Traufen und zum Teil in unmittelbarer Nähe zu den Fenstern der Schule großflächig eingebauten Asbestplatten 35 Jahre alt und zum Teil stark verwittert. Damit kann bei Wind und geöffneten Fenstern problemlos loser Asbeststaub in die Klassenräume gelangen. Mit der zunehmenden Alterung der Platten nimmt der Effekt, dass durch die fortlaufende Verwitterung  Asbestfasern von den Platten abgelöst werden und in die Umwelt abgegeben werden, deutlich zu.

Laut Umweltbundesamt hängt es vom technischen und baulichen Zustand der mit Asbest belasteten Bauteile ab, ob saniert werden muss. Hierfür ist ein Sachverständiger erforderlich der die Sachkunde nach TRGS 519 aufweist um den Bauzustand beurteilen zu können. Warum die Gemeinde Beelen ein Geheimnis um dieses Gutachten macht, ist nicht nachvollziehbar.

Es stellt sich daher die Frage, ob überhaupt ein Gutachten bezüglich von Asbest  und den möglichen Gefahren am ehemaligen Hauptschulgebäude erstellt worden ist. Wurde hier nach dem Prinzip verfahren: „Was ich nicht weis, macht mich nicht heiß“?

Müsste im laufenden Schulbetrieb an diesen Platten gearbeitet werden, weil ein Defekt vorliegt, dann wäre der Aufwand für die Demontage der Platten und die Sicherung der Baustelle extrem hoch. Warum die Gemeinde Beelen, Gutachten bezüglich möglicher Giftstoffe im oder am Hauptschulgebäude nicht für die Öffentlichkeit zugänglich macht, kann nur der Tatsache geschuldet sein, das in Anbetracht der Kostenexplosion beim Umbau des Hauptschulgebäudes eine öffentliche Diskussion über Asbest und andere Giftstoffe in der neuen Grundschule nicht gewünscht ist.

In Ratssitzungen wird der Umbau der ehemaligen Hauptschule für Grundschulzwecke häufig als eine Schule der Zukunft mit einem Leuchtturmeffekt auf benachbarte Kommunen bezeichnet.

Leider entpuppt sich der Umbau der ehemaligen Hauptschule zunehmend als Potemkinsches Dorf, der äußerlich herausgeputzt wird, jedoch hinter der Fassade  so manche marode und gesundheitsgefährdende Bausubstanz in sich birgt.

Dass dieses so ist, zeigen die völlig aus dem Ruder gelaufenen Baukosten, geplante Baukosten von rund einer Million Euro stehen nun bereits annähernd drei Millionen Euro gegenüber und das Ende ist noch nicht erreicht.

Da würde natürlich die Beseitigung der alten 35 Jahre alten an ihre technische Nutzungsdauer angekommenen Asbestplatten zu weiteren Mehrkosten führen.